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Bibelkochen – Erster Gang

2 Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? 3 Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun noch es sehen. 4 Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen.

Offenbarung 5

Der erste Gang ist für mich der Punkt, an dem meine Gäste in den Text eintauchen sollen. Deshalb ist der erste Teller bisher meist vor allem deskriptiv und einfach zu verstehen.
Im Falle von Offenbarung 5 habe ich für den ersten Gang Elemente gesucht, die die ersten Verse einfach wiedergeben. Dabei möchte ich, dass der Teller trotz seiner einfachen, deskriptiven Ebene eine Tiefe bekommt und auch Elemente vorhanden sind, die noch deutlich tiefer zu interpretieren sind.

Auf dem Teller ist also die Szene dargestellt, die der Bibeltext in Offenbarung 5 schildert: Johannes der Seher weint über alles, was im Himmel, auf der Erde und unter ihr ist. Diese drei Dimensionen sind durch ein Kartoffelplätzchen (unter der Erde), Brokkoliröschen (auf der Erde), und einen Dickmilchschaum (im Himmel) dargestellt. Darüber liegt ein Forellenkaviar, der die Tränen des Sehers darstellt, denn wenn man auf den Kaviar beißt, breitet sich die jodig, salzige Flüssigkeit im Mund aus. Unter dieser Anordnung liegt eine leichte Misocreme, die die Unwürdigkeit oder den Verfall der Welt mit auf den Teller bringt.

Für mich ist der Moment sehr spannend, wenn die Gäste erste Assoziationen äußern, einigen Elementen sofort nachgehen und andere nie zur Sprache kommen.