Gutshofgeschichte

Es ist ein frischer, frühsommerlicher Mittag. Wolken ziehen über den Himmel. Wir setzen uns ins Auto, fahren über den geschotterten Innenhof und blicken auf das große Herrenhaus und die Fachwerkhäuser. Ein seltsames Gefühl, diesen Ort nun wieder zu verlassen. Lange haben wir geträumt, gehofft, erarbeitet, investiert und schließlich gewagt. Die Zeit auf dem Gutshof war eine bewegte Zeit. Viele Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen nehmen wir mit. Der Gutshof wird seine Geschichten ohne uns weiterschreiben.

Der Fahrtwind weht durch das geöffnete Fenster. Die Klimaanlage unseres Autos funktioniert schon wieder nicht mehr. Manchmal ist es die Summe aller Teile, die nur sagen kann: Es hat einfach nicht gepasst. Dann ist es wohl an uns, Dinge wieder zu beenden, einen Traum anderswo zu träumen und an anderen Orten zu investieren.

Vor einem halben Jahr haben wir noch geschrieben, dass der Weg ins Pfarramt sich nicht passend anfühlt. Heute denken wir anders darüber: Mit unseren Begabungen können und wollen wir Gemeindealltag und Gemeindeleben bereichern.

Wieder sitzen wir bei Sonnenschein in einem Garten. Es gibt Eiskaffee. Ungezwungen lernen wir unsere zukünftigen Ausbildungspfarrer kennen. Wir sprechen über Gemeinde, unser Studium und auch über die vergangenen Monate. Warum wir uns nun doch für diesen Weg entschieden haben. Entspannt und gespannt blicken wir in die Zukunft. Ein Neustart liegt nicht in unseren Händen. Wir wollen uns einlassen, auf neue Begegnungen, gedeckte Tische, herzliche Worte, tröstende Stunden und alles, was im Vikariat auf jeden von uns wartet.