Heilige Momente – der Frühling

  • Kochen

Der Frühling ist definitiv meine liebste Jahreszeit. Ich mag es, wenn alles aufbricht, die Blumen sich durch die Bodendecke drücken und die Vögel zwitschern. Endlich gibt es wieder frisches Gemüse und die Erdbeer- und Spargelzeit steht vor der Türe. Gerade Ostern ist für mich ein besonderer – heiliger – Moment in dieser Jahreszeit.

Heilige Momente! Der Frühling

Frühlingserinnerungen

Gerade die Zeit um Ostern ist für mich schon immer eine besondere Zeit gewesen. Als Familie waren wir lange Jahre auf der Oster-Familienfreizeit der Kommunität Christusbruderschaft Selbitz. In meinen Kindertagen durchstreifte ich die Wälder um das Kloster, spielte am Bach oder schnitzte mir einen meiner unzähligen Speere mit denen ich dann wieder losziehen konnte. 

Ostern – der heilige Moment

Doch auch schon damals war gerade die Osternacht einer der schönsten Frühjahrsmomente. Noch vor Sonnenaufgang saß man in der Kapelle, hört die alten Geschichten vom Auszug aus Ägypten, dem Aufbruch der Israeliten in ein neues Land. 

Mit dem hereintragen der Osterkerze bricht das erste Licht durch die Dunkelheit der Kapelle. Langsam zünden alle ihre kleinen Kerzen an und der Feuerschein durchzieht jede Bankreihe. 
Mit der Lesung aus dem neuen Testament blicken auch die ersten Sonnenstrahlen durch die bunten Fenster und vertreiben den Rest aller Dunkelheit. 

Ich mag diese heiligen Momente, von denen es heute viel zu wenige in unserem Leben gibt. Momente, die voller Schönheit, voller Aufbruch und gleichzeitigem Innehalten, voller Sehnsucht und Ruhe sind. Diese Spannung wohnt auch dem Frühling inne: aufblühen, austreiben und warm werden wechseln sich mit kalten Nächten und Raureif auf dem Boden ab.
Vielleicht finde ich deshalb den Frühling so schön. Diese Zeit des Übergangs. Der Sommer kommt, der Winter geht. 

Frühlingsrezept: Frische Kräutersuppe

Alle Jahreszeiten sind voller Schönheit und der Frühling ist mir die liebste. Frische Kräuter, junges Gemüse und Leichtigkeit zieht in die Kochtöpfe ein. Teresa von Ávila schreibt, das Gott nicht im Verborgenen lebt oder weit entfernt ist. In den Kochtöpfen und Suppenschüsseln steckt er. Heilige Momente im Alltag.

Schon vor einigen Wochen habe ich ein altes Frühlingsrezept für eine frische Kräutersuppe herausgekramt, das meine Mutter manchmal gemacht hat, wenn es bei uns eine süße Hauptspeise gab. Vor allem wenn es Dampfnudeln gibt, passt diese Suppe als Vorspeise!

2 Bund Petersilie 
Weitere Frühlingskräuter wie Bärlauch nach belieben
1 Bund Frühlingszwiebeln
1L Hühnerbrühe (am Besten selbst gemacht)
120g Creme Fraiche
1TL Mehl
Butter 
Salz und Pfeffer

Die Kräuter waschen und fein hacken. Etwas Butter in einem Topf zerlassen. Auf niedriger Stufe die Frühlingszwiebel glasig dünsten. Etwa 1 Teelöffel Mehl zugeben und gut einrühren. Temperatur erhöhen und mit (kalter) Hühnerbrühe ablöschen. Die gehackten Kräuter zugeben und etwa 5 Minuten ziehen lassen. Creme Fraiche einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Danach unbedingt frische Dampfnudeln mit Vanillesauce essen. 

Dampfnudeln! Perfekt nach der Frühlingskräutersuppe
Leider habe ich kein Bild von der Frühlingskräutersuppe gefunden – dafür von perfekten Dampfnudeln.

Vielleicht habt ihr ja auch ein Lieblings-Frühlingsrezept? Ich freue mich, wenn ihr mir das per E-Mail zuschickt! 

Ich wünsche euch allen wunderschöne Frühlingstage, mehr heilige Momente im Leben und ein gesegnetes Osterfest.
Der Herr ist auferstanden!