Brot

Brot auf dem Gutshof

Knackende Kruste, fluffige Krume und ein herzliches Aroma. Brot ist so vielfältig und doch auch so alltäglich. Vor etwa drei Jahren habe ich mich erstmals ernsthaft mit dem Brotbacken beschäftigt und im Lockdown mich wie so viele nochmal intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. 

Wenige Zutaten und viel Zeit

Gutes Brot benötigt nicht viele Zutaten. Teuer ist das Backen auch nicht. Mehl, Wasser, ein Triebmittel, Salz. Das ist alles was es braucht. Ein paar Zutaten können noch dazu kommen, doch die Liste bleibt eigentlich immer überschaubar. Mehl ist ein erster, entscheidender Faktor. Gutes Mehl bekomme ich hier in der Schwalm noch nicht. In Tübingen war das kein Problem. Die Mühle mit Tü-Bio war quasi vor der Haustüre. 

Eine weitere Stellschraube, die sehr viel verändert ist das Triebmittel. Hefe kennt jeder und der Umgang ist recht einfach. Die Faustformel lautet: Wenig Hefe – viel Zeit. Gute Rezepte habe ich schon immer auf dem Plötzblog gefunden. 

Sauerteig ist die etwas spannendere Variante und ein leicht säuerliches Brot macht viel mehr Spaß. Einen guten Sauerteig muss man hüten und pflegen wie ein Haustier. Denn eigentlich ist er nichts anderes. Es gibt ein paar Grundregeln beim Backen mit dem Sauerteig. Warme Teigführung bringt viel trieb und weniger Säure. Kühle oder längere Führung weniger trieb und viel Säure. Auch hier haben andere schon vorgearbeitet und der Plötzblog bietet eine super Übersicht über Sauerteig

Ein Brot das im Gedächtnis bleibt

Als ich meine Ausbildung zum Sommelier gemacht habe, musste ich in Köln meine praktische Prüfung ablegen. Am Vorabend wollte ich gemütlich Essen gehen und war in einem kleinen, feinen Restaurant. Es war gemütlich und ich blätterte in der Weinkarte. Der Kellner, ein sehr engagierter, unglaublich aufmerksamer Mann brachte etwas Brot und Butter. Noch heute kann ich diesen Geschmack und dieses Brot riechen. Es war ein bekannter, wohltuender Geruch. Gewürze, außergewöhnlich tief. Etwas Kümmel, Fenchelsaat und etwas Anis, sicher auch Koriandersamen. Ich musste etwas überlegen, woher ich diese Mischung kannte. Als ich ein Kind war, besuchten wir als Familie immer die Osterfreizeit der Christusbruderschaft Selbitz. Dort gab es ein Brot, ganz ähnlich diesem, mit intensivem Brotgewürz. 

Manchmal staune ich über das Olfaktorische-Gedächtnis. Es ist nicht präsent. Es ist nicht immer abrufbar. Doch es ist da und im richtigen Moment erinnere ich mich an eine andere Zeit. Gerichte können mich abholen, heimholen und in eine andere Welt entführen. In die Vergangenheit, den Urlaub oder in eine schöne Situation.

Brot und Brötchen

Auf dem Gutshof habe ich inzwischen viele Brötchen und einige Brote gebacken. Aktuell arbeite ich noch daran, das ganze etwas effizienter zu gestalten, sodass ich für meine Gäste nicht ganz so früh aus dem Bett muss. Es macht aber viel Spaß, alte Rezepte wieder zu backen und auch neues auszuprobieren. Besonders die Sauerteig-Brötchen haben mich absolut fasziniert und werden sicher bald im Standart-Reportiere der Gutshofküche landen.

Außerdem gibt es in Großropperhausen noch ein aktives Backhaus, welches ich hoffentlich bald einmal von innen sehe und in dem dann schöne Roggenbrote und leckere Brötchen gebacken werden können. Man darf gespannt sein, was da alles noch so auf uns zukommt!